16.08.2023

Isländische Oper bangt um Zukunft

Die Isländische Oper befürchtet, bald ihren Betrieb einstellen zu müssen. Grund ist die Entscheidung der Regierung, die im Konzerthaus Harpa beheimatete Einrichtung künftig nicht mehr finanziell zu fördern. Die Operndirektorin fürchtet bereits ein "kulturelles Desaster".

 

Blick auf das Konzerthaus "Harpa" in Reykjavík. Bild von Aline Dassel auf Pixabay.
Heimat der "Isländischen Oper": das Konzerthaus "Harpa" in Reykjavík. © Aline Dassel auf Pixabay.

 

Die Isländische Oper hat die Regierung von Premierministerin Katrín Jakobsdóttir aufgefordert, den beschlossenen Stopp von Zuwendungen zu den Betriebskosten zu überprüfen.

 

Sollte es bei der Entscheidung bleiben, müsse die Oper ihre Arbeit einstellen, zitierte der nationale Rundfunksender RÚV Operndirektorin Steinunnar Birna Ragnarsdóttir. Dies wäre ein kulturelles Desaster.

 

Die Isländische Oper ist eine gemeinnützige Organisation, die sich über öffentliche Mittel sowie Zuwendungen von Unternehmen finanziert.

 

Wäre die Isländische Oper eine staatliche Institution, würde sie deutlich mehr finanzielle Unterstützung für ihre künstlerische Arbeit und die Absicherung von Jobs bzw. Gehältern erhalten, betonte die Leiterin der Oper.

 

Zwar habe es eine Debatte über die Gründung einer „Nationaloper“ gegeben, die sich am Vorbild anderer öffentlicher Kunsteinrichtungen orientiert. Dazu seien im Ministerium für Kultur und Handel auch schon mehrere Arbeitsgruppen eingerichtet worden.

 

Aber die Zukunft der Isländischen Oper sei noch immer ungewiss, kritisierte Steinunnar Birna Ragnarsdóttir, die das Opernhaus in Reykjavík seit 2015 führt. Derzeit sei nur klar, dass es künftig keine staatlichen Zuwendungen mehr geben solle.

 

Hohe Betriebskosten

 

Die Betriebskosten einer Oper sind hoch, da für die szenische Realisierung ein großes Gebäude mit Opernbühne erforderlich ist. Neben den Bühnenbildern fallen etwa auch Kosten für das Orchester an.

 

„Seit Beginn der Nationaloper-Debatte sind wir immer davon ausgegangen, dass die bestehende Institution der Ausgangspunkt sein würde.“ Nun bestehe große Unsicherheit, wie es in Zukunft weitergehe.

 

Die Isländische Oper wurde im Jahr 1980 von einer Gruppe junger Sänger:innen und Kunstschaffender gegründet. Erste Spielstätte war das ehemalige Kino Gamla Bió (1939-1981) im Herzen der Hauptstadt, wo im Januar 1982 erstmals die Operette Der Zigeunerbaron von Johann Strauss (Sohn) aufgeführt wurde.

 

Seit 2011 ist die Oper im weit über Islands Grenzen hinaus bekannten Konzerthaus Harpa beheimatet, dessen von Naturelementen inspirierte Fassade der in Berlin und Kopenhagen lebende Künstler Ólafur Elíasson gestaltet hat.

 

Die Isländische Oper hat nach eigener Aussage zahlreiche Preise für ihre Produktionen erhalten. Bis heute haben laut Website mehr als 400.000 Gäste den Aufführungen beigewohnt, und Eintrittskarten im Wert von mehr als einer halben Milliarde Isländischer Kronen (knapp 3,5 Mio. Euro) wurden verkauft.


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