Aufs Engste vernetzt

Island und Bremen - das ist eine ganz besondere Beziehung. Sie reicht bis in das Jahr 900 zurück. Mit dem Island-Handel deutscher Kaufleute begann ein reger Wirtschaftsaustausch, der heute insbesondere durch die Kooperation in der Fischwirtschaft geprägt ist. 

 

Fischer-Netz liegt im Hafen. Bild von Sinousxl auf Pixabay.
Eng vernetzt: Island und das Land Bremen. © Sinousxl auf Pixabay.

 

Die Beziehungen des Landes Bremen zu Island reichen bis in das 11. Jahrhundert zurück. Bremische Kaufleute steuerten die Insel im hohen Norden seit dem 16. Jahrhundert an. Drei Stichwörter beschreiben die gemeinsame Geschichte vielleicht am besten: Kirche, Kaufmann, Kabeljau – so auch der Titel einer von der DIG initiierten Ausstellung – oder wie es auf Isländisch heißt: Klerkar, kaupmenn, karfamið.

 

An der Christianisierung Islands im frühen 9. Jahrhundert hatte das Bistum Bremen entscheidenden Anteil. 1056 bat der Isländer Isleif den Papst in Rom um die Bischofsweihe. Der schickte ihn zu Adalbert von Bremen, der die Weihe vornahm. Isleif war damit der erste für Island geweihte Bischof.

 

Im Mittelalter waren es dann die Kaufleute, die den engen Kontakt in den Norden hielten. Weder Norwegen noch Dänemark konnten die Versorgung der Insel sicherstellen. Davon profitierten Kaufleute der Hanse, die im 15. Jahrhundert von Bremen nach Island fuhren, um Fisch einzutauschen. Der dänische König beendete den Handel jedoch 1602 und übertrug ihn einer dänischen Monopolgesellschaft.

 

Mit der Technisierung des Fischfangs gerieten die fischreichen Gewässer vor Island Anfang des 20. Jahrhunderts erneut in den Fokus. Der Unternehmer Friedrich Busse aus Geestemünde bei Bremerhaven hatte die Idee, Fischdampfer dorthin zu schicken. Bald war die Hochseefischerei so ergiebig, dass Versorgungsstationen auf Island notwendig wurden. Die isländische Wirtschaft ließ ihre Fischdampfer seit 1914 auch in Geestemünde und Bremerhaven bauen. 

 

Über die Fischwirtschaft eng vernetzt

 

Bis heute ist Island einer der wichtigsten Wirtschaftspartner der Bremerhavener Fischwirtschaft. Das Thema stand denn auch beim Staatsbesuch von Islands Präsident Ólafur Ragnar Grímsson im Juni 2013 in der Seestadt ganz oben auf der Agenda.

 

Rund 88% des Fischs auf dem deutschen Markt stammt aus Importen - dabei nimmt Bremerhaven einen Spitzenplatz ein. Im Fischereihafen werden pro Jahr mehr als 200.000 Tonnen Fisch verarbeitet - das ist ein Marktanteil von mehr als 50%. Und mehr als 90% des Rotbarsches und große Teile des Seelachses stammen aus isländischen Fängen. 

 

Sichtbarer Ausdruck für die enge Kooperation: Das Honorarkonsulat der Republik Island im Lande Bremen ist seit Ende 2019 erneut bei der Fischereihafen-Betriebsgesellschaft (FBG) in Bremerhaven angesiedelt.

 

Ebenfalls 2019 hat die Hafenentwicklungsgesellschaft bremenports gemeinsam mit isländischen Projektpartnern die Finnafjord Port Development Company gegründet; geplant sind ein Tiefwasserhafen und Industrieansiedlungen im Nordosten Islands. Das Projekt wird die Zusammenarbeit zwischen Island und Bremerhaven sowie Bremen in Zukunft noch vertiefen. 

 

Keine Frage, dass der 100. Jahrestag der Unabhängigkeit Islands 2018 auch in der Seestadt kräftig gefeiert wurde: An den viertägigen Islandtagen im Schaufenster Fischereihafen war natürlich auch die Deutsch-Isländische Gesellschaft beteiligt.

 

Es steckt jede Menge Island in Bremen und Bremerhaven.