16.11.2021

Island parodiert Zuckerbergs Metaverse

Mit einer genialen Parodie auf Facebook-Gründer Mark Zuckerberg landen Islands Tourismuswerber einen Internet-Hit. Während der Tech-Gründer von einer Cyber-Welt träumt, rückt die isländische Tourismusinitiative lieber die ganz realen Vorzüge der Insel ins Licht.

 

Werbe-Video der isländischen Tourismusinitiative "Inspired by Iceland". Bild von Inspired by Iceland.
Traumhafte Landschaft, nette Menschen: das ganz reale Icelandverse. © Inspired by Iceland

 

Der Haarschnitt, das Langarmshirt, der Blick – das ist doch … Moment. Zack Mossbergsson sieht aus wie ein Doppelgänger von Tech-Chef Mark Zuckerberg, und das ist kein Zufall. Denn in ihrem neuen Werbespot nimmt Islands Tourismusinitiative Inspired by Iceland den IT-Gründer gehörig aufs Korn.

 

Ende Oktober hatte der US-Unternehmer via Stream angekündigt, dass aus Facebook nun Meta wird und auch gleich seine neueste Vision präsentiert: das Metaverse – eine interaktive Cyber-Welt, in der man Freunde trifft, ins Kino geht oder auch ins Konzert. „Statt auf den Bildschirm zu schauen“, versprach Zuckerberg vollmundig, „ist man mittendrin.“

 

Doch während der Tech-Gründer noch an seinem virtuellen Wunderland bastelt, wirbt Islands Tourismusinitiative lieber für das Hier und Jetzt – und rückt die ganz realen Vorzüge der kleinen Insel ins rechte Licht.

 

Per Video, versteht sich, in dem der fiktive Chief Visionary Officer Mossbergsson seine Heimat vorstellt: das Icelandverse – das im übrigen gar nicht so neu sei, sondern vielmehr jahrtausendealt.

 

Und wie der Facebook-Gründer, der in seinem Werbe-Spot durch ein schickes, aber künstlich wirkendes Apartment spazierte, steht auch der isländische Visionär in einer makellosen Wohnkulisse – mit prachtvoller Aussicht auf eine weiße Winterlandschaft. Fast zu schön ist, um wahr zu sein.

 

„Heute möchte ich Euch eine revolutionäre Idee vorstellen, wie wir uns mit der Welt verbinden können, ohne dabei super-merkwürdig rüberzukommen“, beginnt Zuckerberg alias Mossbergsson. Was selbstredend nicht funktioniert. Denn wie das Double die zuweilen roboterhafte Mimik und Gestik des Tech-Unternehmers imitiert, ist mehr als schräg.

 

Willkommen in der realen Welt

 

„In unserer offenen Welt ist alles echt“, versichert Zuckerberg-Mossbergsson und läuft flugs in Richtung Terrassentür – die leider klemmt.

 

In der realen Welt lauert eben so manche Gefahr, und so tritt der Zuckerberg-Doppelgänger schließlich mit schneeweiß getünchtem Gesicht ins Freie – ein Schelm, wer da an die Paparazzi-Sommerbilder denkt, die den Tech-Chef mit einer extradicken Schicht Sonnencreme beim Surfen zeigten.

 

Islands Schönheit lasse sich ganz unmittelbar erleben, verspricht der Icelandverse-Experte und kniet zum Beweis am hauseigenen Pool nieder: Es gebe Wasser, das sei nass. Wow.

 

Und – weiter übers Lavafeld – Vulkansteine, die man streicheln könne. Moos, das sei … nun ja … so moosig, dass man es ... ähm … besser nicht anfasst, so der Zuckerberg-Darsteller mit hochgezogenen Augenbrauen. Und, ja, echte Menschen, mit denen man reden könne, gebe es auch – wenngleich die Dame, die Mossbergsson im Hotpot Gesellschaft leistet, recht wortkarg erscheint.

 

Und das Beste: Für all das brauche man keine „albernen Headsets“. 

 

Oder wie es Sigríður Dögg Guðmundsdóttir, die Leiterin der Tourismusinitiative Visit Iceland, etwas diplomatischer formuliert: „Die Türen von Icelandverse sind seit einiger Zeit geöffnet. Wir sind stolz auf das, was bisher geschaffen wurde, und wir sind gespannt auf das, was als Nächstes kommt. Es ist eine Zukunft, in der es darum geht, in die reale Welt hinauszugehen.“

 

Seit das Video am Donnerstag online ging, wurde es auf Facebook und Youtube bereits mehr als zwei Millionen Mal aufgerufen.

 

Mark Zuckerberg erträgt den Spott mit Fassung. Er würde gerne einmal nach Icelandverse kommen, ließ er seinen Widergänger via Facebook wissen. „Freue mich, dass Ihr auch Sonnencreme tragt.“

 

Willkommen im wahren Leben. 

 

 

Islands Parodie auf Mark Zuckerbergs Metaverse

 


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