12.04.2026

Sofortprogramm gegen steigende Preise

Islands Regierung will die Bevölkerung mit einem Paket von Sofortmaßnahmen entlasten und der wachsende Inflation im Land entgegenwirken. Das Programm soll schon in der nächsten Woche beschlossen werden, und weitere Maßnahmen werden folgen.

 

Tankstelle auf Island. Bild von Khamkéo Vilaysing auf Unsplash.
Auch in Island wächst die Sorge um die Folgen des Krieges in Nahost. © Khamkéo Vilaysing auf Unsplash.

Die Regierung von Premierministerin Kristrún Frostadóttir hat am Freitag ein Paket von Sofortmaßnahmen vorgestellt, um auf die steigenden Energiekosten durch die Iran-Krise zu reagieren.

 

Ziel der Maßnahmen ist es, die Bürgerinnen und Bürger zu entlasten und der wachsenden Inflation im Land entgegenzuwirken.

 

Dazu sieht das Sofortpaket laut dem nationalen Rundfunksender RÚV drei Maßnahmen vor:

  1.  eine befristete Senkung der Mehrwertsteuer auf Sprit von 24 auf elf Prozent
  2.  eine Übergangsregelung, die den Einzelhandel verpflichtet, Steuersenkungen vollständig an die Konsumentinnen und Konsumenten weiterzugeben. Eine strenge Überwachung der wichtigsten Verbraucherpreise durch die Wettbewerbsbehörde soll dies sicherstellen; zusätzlich erhält der Isländische Gewerkschaftsbund (ASÍ) 15 Millionen Isländische Kronen (ISK) für eine Sonderüberwachung der Lebensmittelpreise im Sommer
  3. ein Förderprogramm in Höhe von fünf Millionen Isländischer Kronen (ISK) für Ladestationen an Wohngebäuden und Unterkünften, um Lücken in der Infrastruktur für Elektroautos zu schließen.

Die Maßnahme soll zum 1. Mai 2026 greifen und zunächst bis zum 31. August 2026 gelten. Ein entsprechender Gesetzentwurf soll in der nächsten Woche ins isländische Parlament, das AlÞing, eingebracht werden.

 

Neben den kurzfristigen Hilfen stellte Außenministerin Þorgerður Katrín Gunnarsdóttir eine neue Beschäftigungsstrategie vor. Die isländische Regierung plant demnach gezielte Reformen, um die Wirtschaft wieder anzukurbeln; dazu gehören unter anderem:

  • einfachere Vorschriften für exportorientierte Sektoren
  • die Einführung fairer Rohstoffsteuern
  • bessere Bedingungen für ausländische Fachkräfte.
  • die Förderung von MINT-Fächern und beruflicher Ausbildung in Schulen

Gleichzeitig kündigte die Regierung an, Dreiergespräche mit dem Gewerkschaftsbund und dem Arbeitgeberverband (SA) zu führen, um überzogene Lohnforderungen der Beschäftigten und hohe Preissteigerungen der Unternehmen und damit eine weiter steigende Inflation zu verhindern. 


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