07.05.2022

Selenskyj spricht im AlÞing

Islands Parlament ist das älteste der Welt. Jetzt sprach erstmals ein ausländischer Staatsgast zu den Abgeordneten. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selewskyj dankte Island für seine Hilfe im Kampf gegen Russland und warb für weitere Unterstützung.

 

 

Das isländische Parlament. Bild von falco auf Pixabay.
Der ukrainische Präsident sprach vor Islands Parlament. © falco auf Pixabay.

 

Island hat das älteste Parlament der Welt. Jetzt sprach erstmals ein ausländischer Staatschef zu den Abgeordneten im AlÞing. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj wandte sich in einer emotionalen Rede an die isländischen Parlamentsmitglieder.

 

In seiner Ansprache, die vom nationalen Rundfunksender RÚV live übertragen wurde, begrüßte Selenskyj die Abgeordneten zunächst auf Isländisch mit góðan daginn und wechselte dann ins Englische.

 

Es sei eine Ehre, im ältesten Parlament der freien Welt zu sprechen. Island und die Ukraine seien seit vielen Jahrhunderten eng miteinander verbunden. Auch wenn sie in unterschiedlichen Teilen Europas zu Hause seien, teilten beide Nationen doch die gleichen Werte. Diese Werte seien in der Ukraine durch den russischen Angriff bedroht.

 

Selenskyj dankte Island für die vielfältige Unterstützung im Kampf gegen Russland und warb für weitere Hilfe. „Seien Sie Verteidiger der Freiheit.“ Es dürfe keinen Handel mit der Tyrannei geben. Das gelte vor allem für russisches Öl.

 

Es sei nicht entscheidend, ob ein Land groß oder klein sei. „Wenn wir die Freiheit verteidigen, zählt jeder Beitrag“, so Selenskyj

 

Ukraine hofft auf Hilfe bei der Energieversorgung

 

Die Ukraine glaube an den Sieg. Auch wenn unklar, wann dieser Moment gekommen sei, bereite sich sein Land schon auf die Zeit nach dem Krieg vor.  

 

Er lud Island ein, sich am Wiederaufbau der Ukraine zu beteiligen, insbesondere bei der Modernisierung der Energieversorgung. Die Erfahrung, die Island hier mitbringe, helfe dem ukrainischen Volk.

 

Islands Staatschef Guðni Th. Jóhannesson und Premierministerin Katrín Jakobsdóttir bedankten sich bei Selenskyj. Island bewundere die ukrainische Stärke und das Nationalgefühl, betonte der isländische Präsident. Regierungschefin Jakobsdóttir verurteilte den russischen Einmarsch als Rechtsbruch.

 

Island unterstütze die europäischen Sanktionen und werde dies auch weiterhin tun. Hilfe solle es insbesondere auch für Frauen und Mädchen geben, die im Zuge des russischen Einmarsches Opfer sexueller Gewalt geworden seien, so Jakobsdóttir. Zudem müsse es eine Untersuchung der mutmaßlichen Kriegsverbrechen geben.

 

 

Die Rede des ukrainischen Präsidenten Selenskyj im Wortlaut.

 


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