21.10.2025

Stichhaltige Beweise

Lange galt Island als mückenfrei – zumindest weitgehend. Nun hat sich Culicidae im hohen Norden niedergelassen, besser bekannt als die gemeine Stechmücke. Die Fachwelt ist elektrisiert von dem seltenen Fund – alle anderen auf der Insel eher nicht. 

 

Mücke. Bild von Wolfgang Hasselmann auf Unsplash.
Auch der hohe Norden wird nicht verschont: Mücken in Island aufgetaucht. © Wolfgang Hasselmann auf Unsplash.

Haben die Isländerinnen und Isländer eine Klatsche? Hoffentlich, ist man bei dieser Meldung geneigt zu sagen. Denn was in der Vergangenheit undenkbar war, dafür gibt es nun stichhaltige Beweise: Erstmals wurde Culicidae, wie sie unter Fachleuten heißt, auf der Insel im Nordatlantik gesichtet – besser bekannt als gemeine Stechmücke. Aua!

 

Gleich drei der Plagegeister sind in Westisland aufgetaucht, wie das Nachrichtenportal Iceland Review unter Berufung auf das Isländische Institut für Naturkunde (Náttúruminjasafn Íslands) jetzt berichtete.

 

Laut dem Insektenforscher Matthías Alfreðsson handelte es sich um Vertreterinnen der sog. Culiseta annulata. Ihren Namen – Ringelmücke oder Große Hausmücke – hat sie nicht allein ihrer Größe zu verdanken, sondern auch ihren weiß geringelten Beinen, weshalb sie zuweilen mit der Asiatischen Tigermücke verwechselt wird.

 

Sie überwintern in Keller oder Stall

 

Dachten die Inselbewohnerinnen und -bewohner bisher, das arktische Klima schütze sie vor den lästigen Blutsaugern, sind die isländischen Mücken nicht etwa aus der Art geschlagen. Vielmehr steht inzwischen fest, dass die Gattung selbst in unwirtlichen Breiten überleben und in Kellern oder Ställen überwintern kann, zitiert Iceland Review den Fachmann.

 

In der Vergangenheit kamen zwar immer mal wieder Insekten als blinde Passagiere per Flugzeug ins Land. Aber noch nie zuvor hatten die kleinen Biester einen Fuß .. ähm .. ein Beinchen auf isländischen Boden gesetzt, berichtet der Experte.

 

So gesehen ein Glücksfall – zumal die winzigen Tierchen in der Natur überaus nützlich sind, da sie Vögeln, Fischen, Amphibien und Spinnen als Nahrung dienen. Wenngleich dieser Aspekt für die meisten in den Hintergrund treten dürfte, wenn das Surren in der Luft liegt.

 

Ganz verschont von Mücken war Island übrigens auch bisher nicht. Rund um den Mývatn-See sind die harmlosen Zuckmücken in Scharen zu finden – nicht umsonst heißt er Mückensee.


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