05.05.2021

Der Zufall entscheidet

In Island ist bereits ein Drittel der Bevölkerung ein oder sogar zwei Mal gegen das Corona-Virus geimpft. Damit es noch schneller geht, wird jetzt die Impfstrategie geändert. Künftig geht es nicht mehr nach Alter, sondern es gilt das Zufallsprinzip.  

 

Bild von torstensimon auf Pixabay.
Bild von torstensimon auf Pixabay.

 

Wenn die Risikogruppen in Island vollständig geimpft sind, soll die weitere Impfung der Bevölkerung nach dem Zufallsprinzip erfolgen. Dies kündigte jetzt Chefepidemiologe Þórólfur Guðnason an, wie die Icelandic Review berichtete.

 

Dem neuen Impfplan liegt eine kürzlich vorgestellte Studie der Firma deCODE Genetics zugrunde, einem weltweit führenden Unternehmen für Humangenomik aus Reykjavík; demnach lässt sich eine Herdenimmunität gegen das Corona-Virus auf diesem Wege schneller erreichen als bei einer Impfung nach Altersgruppen.

 

Inzwischen hat rund ein Drittel der Bevölkerung in Island eine oder beide Impfdosen eines COVID-Impfstoffes erhalten (29,89%). Nachdem die Massenimpfung auch in Island zunächst schleppend angelaufen war, konnte das Tempo zuletzt erhöht werden. Ziel der Regierung ist es, bis Ende Juli rund 75% der Bevölkerung mindestens eine Impfung anzubieten.

 

Island hatte am 29. Dezember 2020 mit der Massenimpfung begonnen. Zunächst waren Beschäftigte im Gesundheitswesen, bei Polizei und Feuerwehr sowie die Bewohner:innen von Alten- und Pflegeheimen geimpft worden. Danach folgten ältere Menschen. Mittlerweile sind bereits sechs Priorisierungsgruppen geimpft, derzeit sind chronisch Kranke an der Reihe.

 

Letzte drei Priorisierungsgruppen betroffen

 

Die Gruppen 8 und 9 umfassen Lehrer sowie Beschäftigte im Wohlfahrtssystem, Personen in prekären sozialen Verhältnissen, Priorisierungsgruppe 10 den Rest der Bevölkerung. Nach der jetzigen Planung sollen die Personen aus diesen drei Priorisierungsgruppen nun nicht mehr nach dem Alter, sondern nach dem Zufallsprinzip ausgewählt werden.

 

Ende April hat das Gesundheitsministerium zudem einen Meilensteinplan sowie einen Zeitplan für die Lockerung von Corona-Maßnahmen angekündigt. Diese sollen jedoch erst greifen, wenn die geplanten Impfziele erreicht sind.

 

Laut Auswärtigem Amt ist Island selbst im europäischen Vergleich nur noch schwach von der Corona-Pandemie betroffen. Aufgrund der Insellage und strenger Hygienemaßnahmen konnte es im Februar die mit Abstand niedrigste Neuinfektionsrate in Europa vorweisen. 

 

Derweil dürfen die ersten Tourist:innen aus den USA wieder einreisen. Seit dem 6. April hat Island – anders als der Rest Europas – seine Grenzen auch für geimpfte US-Bürger:innen geöffnet. Sie müssen sich bei der Einreise testen lassen und in einer Unterkunft auf das Testergebnis warten.

 

Besucher:innen aus Europa lassen derzeit hingegen noch auf sich warten. Island hatte zuletzt alle Länder als Hochrisikogebiete eingestuft.


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