17.05.2026
Bei den Kommunalwahlen in der isländischen Hauptstadt erleidet die amtierende Mitte-Links-Koalition eine herbe Niederlage. Auch für Premierministerin Kristrún Frostadottír dürfte das Wahlergebnis der drei Koalitionsparteien ein deutliches Warnsignal sein.

Aus der Kommunalwahl in Reykjavík vom Samstag ist die konservative Unabhängigkeitspartei (Sjálfstæðisflokkurinn) als Wahlsiegerin hervorgegangen. Unter Spitzenkandidatin Hildur Björnsdóttir erhielt die Partei 31,8 Prozent der Stimmen, wie der nationale Rundfunksender RÚV berichtete.
Die Partei kommt damit auf neun der insgesamt 23 Sitze im Stadtrat – drei mehr als bei der vorhergegangenen Wahl im Jahr 2022.
Die regierende Mitte-Links-Koalition im Stadtrat aus sozialdemokratischer Allianz (Samfylkingin), der Piratenpartei (Piratar), der Sozialistischen Partei (Sósíalistaflokkur Íslands), der Links-Grünen Bewegung (Vinstrihreyfingin) und der Volkspartei (Flokkur fólksins) hat damit eine herbe Niederlage erlitten und kommt zusammen nur noch auf acht Sitze.
Rückschlag für Regierungskoalition
Das Wahlergebnis ist auch ein Rückschlag für die Regierung von Premierministerin Kristrún Frostadottír.
Ihre sozialdemokratische Allianz erreichte demnach 18 Prozent und erhält fünf Mandate. Die liberale Reformpartei (Viðreisn) erhielt laut RÚV 10,5 Prozent der Stimmen und kann zwei Sitze besetzen.
Die populistische Volkspartei verlor ihren Sitz im Stadtrat (3,3%), ebenso wie die Piratenpartei (1,9%).