01.05.2026

Pressefreiheit in Island gestärkt

Auf der Rangliste von Reporter ohne Grenzen steht Island 2026 auf Platz 12 und kann damit gegenüber dem Vorjahr um fünf Punkte nach oben klettern. Doch die ökonomische Lage bleibt für Medien auf der Insel weiterhin schwierig. Weltweit ist die Lage alarmierend.

 

Journalistinnen und Journalisten bei der Arbeit. Bild von Camilo Jiminez auf Unsplash.
Mehr Pressefreiheit konstatieren "Reporter ohne Grenzen" in Island. © Camilo Jiminez auf Unsplash.

Die Pressefreiheit hat sich in Island verbessert. Zu diesem Ergebnis kommt die Organisation Reporter ohne Grenzen in ihrem jetzt veröffentlichten Bericht. Demnach konnte Island um fünf Plätze auf Rang 12 klettern; im vergangenen Jahr lag der Inselstaat im internationalen Vergleich noch an 17. Stelle.

 

Reporter ohne Grenzen beleuchten in ihrer jährlich vorgelegten Untersuchung die Lage in180 Ländern weltweit. Dabei werden unter anderem Kriterien wie die Sicherheit, das politische Umfeld, rechtliche Rahmenbedingungen sowie wirtschaftliche und gesellschaftliche Faktoren berücksichtigt.

 

Erstmals schätzt die Organisation die Lage in mehr als der Hälfte aller beobachteten Länder als "schwierig" oder "sehr ernst" ein. Lediglich in sieben Ländern sei die Lage "gut" – in ihnen lebt nur rund ein Prozent der Weltbevölkerung.

 

Norwegen nimmt in dem Ranking erneut den Spitzenplatz ein – zum zehnten Mal in Folge. Auf den weiteren Plätzen folgen die Niederlande, Estland, Dänemark, Schweden und Finnland. In diesen Ländern ist die Pressefreiheit am größten.

 

Hohe Sicherheit von Medienvertretern in Island

 

Island schneidet in der Kategorie „ökonomische Faktoren“ am schlechtesten ab (65%) – eine Entwicklung, die sich bereits in den Vorjahren abzeichnete. Am besten wird die Sicherheit von Journalistinnen und Journalisten im hohen Norden bewertet (96%).

 

Weltweit hat sich die rechtliche Lage für Medien gegenüber dem Vorjahr deutlich verschlechtert, wie Reporter ohne Grenzen berichten.

In vielen Staaten werde Journalismus zunehmend kriminalisiert, etwa durch Gesetze, die unter dem Vorwand der Terrorismusbekämpfung erlassen werden. Zugleich haben Kriege und Konflikte massive Folgen für die Sicherheit von Journalistinnen und Journalisten.

 

Neben dem Nahen Osten ist die Arbeit für Medienschaffende in Osteuropa besonders gefährlich. Aber auch in den USA unter Donald Trump haben sich die Rahmenbedingungen für Medien zuletzt deutlich verschlechtert, nicht zuletzt durch umstrittene Einsätze von Polizeikräften und der US-Einwanderungsbehörde ICE.

 

Den größten Sprung hat Syrien gemacht. Nach dem Sturz von Diktator Baschar al-Assad im Dezember 2024 und dem einsetzenden politischen Wandel ist das Land von Platz 177 auf den 141. Rang aufgerückt.

 

Wenig Veränderung gab es hingegen am unteren Ende der Skala, wo weiterhin Eritrea (Platz 180), Nordkorea (179) und China (178) rangieren. Unter den zehn Ländern, in denen die Pressefreiheit am schlechtesten ist, findet sich in diesem Jahr erstmals auch Saudi-Arabien (Platz 176).

 

Die aktuelle Methodik, die seit 2022 zugrunde gelegt wird, hat die Organisation Reporter ohne Grenzen mit Fachleuten aus Medien und Forschung erarbeitet.