09.11.2025
Lange Zeit wurden die Wikinger dafür verantwortlich gemacht, dass es so wenig Bäume auf Island gibt. Neueste Forschungen bestätigen nun jedoch, was schon länger angenommen wurde: Die Wälder auf der Insel fielen nicht den Nordmännern zum Opfer.

Die Wikinger waren nicht schuld. Lange Zeit gingen Forschungen davon aus, dass die Nordmänner Islands Wälder zerstörten – weil sie Holz für ihre Häuser und Boote und zum Heizen brauchten. Eine Annahme, die der dänische Evolutionsbiologe Eske Willerslev von der Universität Kopenhagen und sein Team nun endgültig ins Reich der Legenden verweisen.
Mittels Umwelt-DNA (eDNA) aus zwei Sedimentkernen konnte das Forschungsteam jetzt nachweisen, dass die Artenvielfalt auf der Insel erst nach 1200 zurückging – und daran nicht der Mensch schuld war, sondern das Klima.
Demnach kühlten die Temperaturen während der sog. Kleinen Eiszeit zwischen etwa 1250 und 1860 weltweit deutlich ab, heißt es in einem Beitrag der in London erscheinenden populärwissenschaftlichen Fachzeitschrift New Scientist.
Die Proben stammen demnach aus dem Tjörnin-See im Zentrum von Reykjavík, einem der am längsten bewohnten Orte des Landes.
Der Umstand, dass die Wikinger nach Einschätzung der Forschergruppe wohl 70 Jahre früher auf der Insel ankamen als bisher angenommen, nämlich etwa 810 nach Christus, ändert daran nichts.