10.01.2026

Fischhaut soll Brandopfern helfen

Nach dem verheerenden Feuer im schweizerischen Skiort Crans-Montana hat das isländische Biotech-Unternehmen Kerecis seine Produktion hochgefahren, um Fischhaut für die Behandlung der Brandopfer zu liefern. Unterstützt wird es von der Küstenwache.

 

Fisch-Netz. Bild von Jakub Kapusnak auf Unsplash.
Brandopfer: Biotech aus Island hilft mit Fischhaut. © Jakub Kapusnak auf Unsplash.

Ungewöhnlicher Einsatz für die isländische Küstenwache: Ein Helikopter ist mit 14 Transportkisten des Biotech-Unternehmens Kerecis auf dem Weg nach Großbritannien. Sie enthalten Fischhaut, mit der Brandopfer behandelt werden sollen, die bei dem verheerenden Feuer an Silvester im schweizerischen Skiort Crans-Montana verletzt wurden.

 

„Es ist eine unfassbare Tragödie, und es zerreißt einem das Herz, dass so viele junge Menschen schwere Verbrennungen erlitten haben und um ihr Leben kämpfen. Dass die isländische Küstenwache sofort eingesprungen ist, als unsere Vorräte aufgebraucht waren und unsicher war, wie es weitergeht, ist unglaublich“, zitiert die Tageszeitung Morgunblaðið den Gründer und Geschäftsführer der Firma, Guðmundur Fertram Sigurjónsson, in ihrer Online-Ausgabe.

 

Kerecis hatte angekündigt, die Produktion auszuweiten, um den Verletzten zu helfen. Neben Vorräten auf dem europäischen Festland sollen dafür auch Teile der Notvorräte genutzt werden, die in Island gelagert werden.

 

Biotech-Firma ist aus Start-up hervorgegangen

 

Das isländische Biotech-Unternehmen, das aus einem Start-up hervorgegangen ist und seinen Sitz in Ísafjörður im äußersten Norden der Insel hat, entwickelt und produziert fischhautbasierte Therapieprodukte.

 

Das von Kerecis entwickelte Transplantat soll Wunden schneller heilen. Die Struktur der Fischhaut ist der menschlichen Haut sehr ähnlich. Die Transplantate wirken wie ein Gerüst, das körpereigene Zellen anzieht und zum Aufbau von Gewebe anregt.

 

Das Fischhaut-Transplantat ist mittlerweile in den USA und mehreren Ländern in Europa und Asien als Medizinprodukt zugelassen.

 

Die isländische Küstenwache hatte bereits in den vergangenen Tagen Hilfe organisiert und Kisten von Ísafjörður in die Hauptstadt Reykjavík geflogen, von wo aus sie ins Ausland transportiert werden sollen.

 

„Es fühlt sich seltsam an und doch auch gut und sinnvoll, dass unsere Verfahren dazu beitragen können, den Verletzten zu helfen“, betonte Guðmundur Fertram Sigurjónsson gegenüber der Zeitung.

 

Fischhaut kann Heilung beschleunigen

 

Meist werde bei Brandopfern gesundes Gewebe von anderen Körperstellen transplantiert, um die zerstörten Hautschichten zu ersetzen. „Aber wenn die Betroffenen starke Verbrennungen erlitten haben, gibt es nicht genügend gesundes Gewebe, so dass dieser Prozess sehr langwierig und schmerzhaft sein kann“, erklärt der Firmenchef. 

 

Die Fischhaut könne den Heilungsprozess beschleunigen und unterstütze das transplantierte Gewebe.

 

Bereits in Ägypten hatte Kerecis in der Vergangenheit ein gemeinnütziges Projekt gefördert, um Brandopfern zu helfen.

 

Bei dem Feuer in der Schweiz waren in der Neujahrsnacht 40 Menschen ums Leben gekommen, 116 Personen wurden schwer verletzt. Viele Patientinnen und Patienten sind in andere Länder verlegt worden, weil die Kapazitäten in den Kliniken vor Ort nicht ausreichten.

 

Rund die Hälfte der Betroffenen wird in spezialisierten Brand- und Unfallkliniken im Ausland, darunter in Deutschland, behandelt.


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