23.03.2026
Vor 70 Jahren entstand der Dokumentarfilm Die Rettungstat von Látrabjarg, der die dramatische Bergung des gestrandeten Fischtrawlers Dhoon vor Island nachzeichnet. Jetzt ist der eindrucksvolle Schwarz-Weiß-Streifen der DGzRS in Bremerhaven zu sehen.

Europas westlichster Zipfel: das Kap Bjargtangar. Hier, in den Westfjorden Islands, umrundete am 11. Dezember 1947 der britische Trawler Dhoon die schroffe Felsenküste von Látrabjarg – und strandete in der einsam gelegenen, unwirtlichen Gegend im Sturm.
Nach mehreren Tagen konnten isländische Bauern die 15-köpfige Besatzung des Fischdampfers retten: Die dramatische Bergungsaktion, bei der die Seenotretter die Schiffbrüchigen über die steilen Klippen hinaufseilen mussten, ging um die Welt.
Ungewöhnliche Entstehungsgeschichte
Anlässlich des 70. Jubiläums zeigen das Historische Museum Bremerhaven, die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) und die Deutsch-Isländische Gesellschaft Bremerhaven / Bremen (DIG) den eindrucksvollen Dokumentarfilm Die Rettungstat von Látrabjarg (Björgunarafrekið við Látrabjarg) erstmals seit langem wieder in Bremerhaven und nehmen dabei auch dessen ungewöhnliche Entstehungsgeschichte in den Blick.
Denn als die isländische Rettungsgesellschaft Slysavarnafélags die Ereignisse für Filmaufnahmen nachstellen will, geschieht das schier Unglaubliche: An der gleichen Stelle verunglückt erneut ein Fischkutter – aus der gestellten Doku wird innerhalb von Minuten bitterer Ernst. Und die Kamera hält das Geschehen fest.
© Szene aus dem Film "Die Rettungstat von Látrabjarg". Reproduktion: Die Seenotretter – DGzRS
Aus dem stark beschädigtem Rohmaterial hat der damalige Leiter der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der DGzRS, Hans Berber-Credner, 1956 in mühevoller Kleinarbeit den Film geschnitten und in mehreren Sprachen vertont.
Die Filmbewertungsstelle der Länder der Bundesrepublik Deutschland hat das Werk mit dem höchsten Prädikat „besonders wertvoll“ ausgezeichnet.
Nahezu seit ihrer Gründung Mitte des 19. Jahrhunderts hat die Zentrale der DGzRS ihren Sitz in Bremen; eine der ältesten der heute 53 Rettungsstationen ist Bremerhaven. Die Gesellschaft finanziert ihre gesamte Arbeit, auch Seenotrettungskreuzer und -boote, ausschließlich durch freiwillige Zuwendungen, ohne staatlich-öffentliche Mittel in Anspruch zu nehmen. Dank dieser Unabhängigkeit erfüllt sie ihre Aufgaben autonom.
Die Rettung von Látrabjarg ist ein Beispiel für den Einsatz, den Seenotretter auf Nord- und Ostsee sowie weltweit leisten.
Donnerstag, 16.04.2026 | 18:00 Uhr
Die Rettungstat von Látrabjarg
Historisches Museum Bremerhaven
An der Geeste | 27570 Bremerhaven
Die Anzahl der Plätze im Museumskino ist begrenzt.
Um Anmeldung wird gebeten per Telefon 0471 / 308160 oder Mail unter [email protected]
Der Eintritt ist frei. Die Seenotretter freuen sich über Spenden!