21.05.2021

Islands Gipfelsturm

Island hat den Vorsitz des Arktischen Rates erfolgreich genutzt, um den Kampf gegen Klimawandel und Meeresverschmutzung voranzubringen. Doch es bleibt noch eine Menge zu tun, denn nicht alle Arktis-Anrainer ziehen in dem Gremium an einem Strang. 

 

Zwei Pinguine auf einem Felsen in der Arktis. Bild von Eduardo Ruiz auf Pixabay.
Die Arktis braucht Schutz. © Eduardo Ruiz auf Pixabay.

 

Zum 25. jährigen Jubiläum des Arktischen Rates gab es vor allem Glückwünsche an Island – für seinen erfolgreichen Ratsvorsitz. Erstmals verabschiedeten die Arktis-Anrainer beim Gipfel in Reykjavík am 20. Mai 2021 – gemeinsame Abschlusserklärung inklusive.

 

Nach zwei Jahren gab Island die Führung in dem wichtigsten Forum zur regionalen Zusammenarbeit in der Arktis an Russland weiter. Außenminister Þór Þórðarson überreichte beim Ministertreffen in der isländischen Hauptstadt symbolisch den Hammer des Ratsvorsitzenden.

 

Turnusmäßig wechselt der Vorsitz in dem 1996 gegründeten Forum alle zwei Jahre unter den acht Arktis-Staaten, zu denen neben Island, Dänemark, Finnland, Norwegen und Schweden auch Russland, Kanada und die USA gehören.

 

Strategieplan bis 2030 verabschiedet

 

In dem jetzt verabschiedeten Strategieplan bis 2030 bekennen sich die Ratsmitglieder zu ihren gemeinsamen Werten sowie zu nachhaltiger Entwicklung und Umweltschutz in der Region.

 

2019 war eine gemeinsame Abschlusserklärung am Widerstand der USA unter Präsident Donald Trump gescheitert, weil in der Erklärung vor den Folgen des Klimawandels auf die Arktis gewarnt werden sollte.

 

Nachfolger Joe Biden ist um internationale Kooperation in der Klimafrage bemüht. Nach erfolgter Unterschrift hielt US-Außenminister Antony Blinken denn auch demonstrativ den Stift in die Höhe.

 

In der Arktis prallen die Interessen der Großmächte aufeinander. Die Rivalität um die Ressourcen in der Region wie Öl und Gas ist groß. Durch den Klimawandel dürften zudem künftig Schifffahrtsrouten längere Zeit eisfrei und somit länger passierbar werden.

 

Russland verstärkt Militärpräsenz

 

So erhebt Russland Anspruch auf 1,2 Millionen Quadratkilometer Fläche und setzt auf verstärkte Militärpräsenz in der Region. Die USA zeigen sich besorgt über die Aktivitäten und intensivieren ihrerseits das Engagement in der Nordpolregion.

 

Keine einfache Aufgabe für das kleine Vorsitzland Island, das in den vergangenen beiden Jahren dennoch unbeirrt an seiner ambitionierten Agenda festhielt.

 

Und so gab es denn beim Stabwechsel auch viel Lob für Islands engagierten Kampf gegen den Klimawandel und die wachsende Meeresverschmutzung. Der Inselstaat hatte während der Ratspräsidentschaft einen regionalen Aktionsplan gegen Meeresmüll und einen Bericht zum Klimawandel in der Polarregion vorgelegt.

 

Außenminister Þór Þórðarson räumte ein, dass die Corona-Krise auch die isländischen Pläne für den Ratsvorsitz durcheinander geworfen habe. „Unser Vorsitz war alles andere als gewöhnlich.“   


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