07.04.2021

Hotspot Island

In Island spuckt der Vulkan Fagradalsfjall Lava und macht der Insel "aus Feuer und Eis" alle Ehre. Laut Wissenschaftler:innen besteht keine größere Gefahr für Menschen. Dank Webcam können auch Hobbygeolog:innen live dabei sein. 

 

 

Island ist ein Hotspot - und das gleich in doppelter Hinsicht. Die beliebte Insel ist nämlich eines der vulkanisch aktivsten Gebiete der Welt. Seit drei Wochen lässt sich dies live miterleben - per Videostream vom Vulkan Fagradalsfjall. 

 

Einige besonders Neugierige hatten sich sogar zu Fuß auf den Weg gemacht, um den Ausbruch mit eigenen Augen zu sehen. Doch damit ist jetzt Schluss, nachdem sich an Ostern zwei neue Felsspalten aufgetan hatten und Tourist:innen gerettet werden mussten. Vorerst ist Fagradalsfjall für die Öffentlichkeit gesperrt.

 

Vor drei Wochen, am 19. März, hatte das Naturschauspiel in der abgeschiedenen Region Geldingadalur begonnen. Mitten in der Nacht spuckte der Vulkan Lava-Fontänen; die zähe, glühende Masse flüssigen Gesteins ergoss sich auf einer Fläche von rund einem Quadratkilometer entlang der Bergflanken. Nur einen Tag später platzierten isländische Wissenschaftler:innen dort eine Webcam. Seither überträgt der örtliche Rundfunksender RÚV das Geschehen. 

 

 

Die Halbinsel Reykjanes entstand in den vergangenen 10.000 Jahren. Der letzte Ausbruch ereignete sich hier um ca. 1240 - aus geologischer Sicht also "hochaktives Vulkangebiet". Dabei liegt die Region nur wenige Kilometer vom Städtchen Grindavík und dem internationalen Flughafen Keflavík entfernt, vor der Haustür der Hauptstadt Reykjavík.

 

Der Ausbruch hatte sich bereits seit einem Jahr durch Tausende Erdbeben angekündigt. Unmittelbare Gefahr für die umliegenden Gemeinden besteht nach Einschätzung der Behörden bislang nicht. Da sich die Region nicht unter einem Gletscher befindet, wird es auch keine Asche-Explosion geben.

 

Island ist vulkanischer Hotspot

 

Island gilt als einer der vulkanisch aktivsten Orte der Welt. Denn die Insel liegt direkt auf dem Mittelatlantischen Rücken, der die nordamerikanische von der eurasischen Erdplatte trennt. Die tektonischen Platten bewegen sich voneinander weg, und der Platz dazwischen füllt sich mit Magma. Und so tauchte Island vor 20 Millionen Jahren aus dem Nordatlantik auf - als Gipfel einer Kette von Unterwasservulkanen. 

 

In Island gibt es rund 130 Vulkane, 32 davon sind aktiv. Auch wenn sich Vulkanausbrüche nur alle vier bis fünf Jahre ereignen, ist die Erde hier doch immer in Bewegung. Der östliche Teil dehnt sich nach Osten, der westliche nach Westen - um immerhin zwei Zentimeter pro Jahr. Und so kommt es, dass Island Jahr für Jahr wächst - und zwar um zwei Zentimeter, wie die isländische Landvermessung herausgefunden hat. Das sind immerhin zwei Meter in 100 Jahren.

 

Der Mittelatlantische Rücken zieht sich durch die gesamte Insel. Es gibt viele Orte im Land, an denen der Graben zu sehen ist - eben z.B. auf der Halbinsel Reykjanes, wo jetzt der Vulkan Lava spuckt.

 

Zuletzt hatte Fagradalsfjalls kleiner Bruder Eyjafjallajökull von sich reden gemacht. Den scheinbar unaussprechlichen Namen konnte am Ende jeder im Schlaf, nachdem der Vulkan 2010 den kompletten Flugverkehr in Europa lahmgelegt hatte. Zumindest diese Gefahr besteht aktuell nicht. In Pandemie-Zeiten bleiben die Flugzeuge ohnehin am Boden.

 

Bilder von Toby Elliott auf Unsplash.   


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