Island im Lande Bremen

Die Beziehungen des Landes Bremen zu Island reichen bis in das 11. Jahrhundert zurück. Bremische Kaufleute steuerten die Insel im hohen Norden seit dem 16. Jahrhundert an; heute sind Island und Deutschland wichtige wirtschaftliche Partner; intensive Handelsbeziehungen gibt es gerade auch zwischen Bremen bzw. Bremerhaven und Island.

 

Drei Stichwörter, die alle mit K beginnen, beschreiben die lange gewachsenen Beziehungen Islands zum Lande Bremen vielleicht am besten: Kirche, Kaufmann, Kabeljau – oder auf Isländisch: Klerkar, kaupmenn, karfamið.

 

An der Christianisierung Islands im frühen 9. Jahrhundert hatte das Bistum Bremen entscheidenden Anteil. Dieser erstreckte sich bis ins 11. Jahrhundert, als sich Erzbischof Adalbert besonders der Christianisierung der Insel annahm. 1056 bat der Isländer Isleif den Papst in Rom um die Bischofsweihe. Der schickte ihn zu Adalbert von Bremen, der die Weihe vornahm. Isleif war damit der erste für Island geweihte Bischof.

 

Im Mittelalter waren es dann die Kaufleute, die den engen Kontakt in den Norden hielten. Weder Norwegen noch Dänemark konnten die Versorgung der Insel sicherstellen. Davon profitierten auch Kaufleute der Hanse, so dass im 15. Jahrhundert auch Schiffe aus Bremen nach Island fuhren, um Fisch einzutauschen. Der dänische König beendete jedoch den Handel der deutschen Kaufleute auf Island 1602 und übertrug ihn einer dänischen Monopolgesellschaft.

 

Mit der Technisierung des Fischfangs gerieten auch die fischreichen Gewässer vor Island Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts erneut in den Fokus. Der Unternehmer Friedrich Busse aus Geestemünde bei Bremerhaven hatte die Idee, Fischdampfer dorthin zu schicken. Bald war die Hochseefischerei so ergiebig, dass Versorgungsstationen auf Island notwendig wurden. Die Isländer ließen ihre Fischdampfer seit 1914 auch in Geestemünde und Bremerhaven bauen. 

© Isländische Botschaft
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