Deutsch-Isländische Beziehungen

Die deutsch-isländischen Beziehungen sind traditionell eng; sie gehen auf eine Zeit um 900 zurück, bis zur Christianisierung Islands. Island war bis 1103 dem Erzbistum Hamburg-Bremen unterstellt. Der erste isländische Bischof wurde in Bremen geweiht. Da ist es nicht überraschend, dass die ersten Aufzeichnungen über Island auf Deutsch vom Bremer Erzbischof Adam (ca. 1050 – 1085) stammen sollen.


Einen weiteren wichtigen Punkt der Beziehungen markiert der Islandhandel deutscher Kaufleute im 16. Jahrhundert. Mit diesem kamen auch die Buchdruckerkunst und Impulse der Reformation nach Island. Der kulturelle Austausch verstärkte sich dann im 20. Jahrhundert, nicht zuletzt durch zahlreiche prominente isländische Kulturschaffende mit Deutschlanderfahrungen, darunter Literaturnobelpreisträger Halldór Laxness.Heute sind die Beziehungen zu Island äußerst vielfältig: beispielsweise in der Wirtschaft, in der Politik und auch in der Kultur.

 

Im Bereich der Wirtschaftsbeziehungen sind insbesondere der Tourismus und die Fischbranche hervorzuheben. Deutschland ist einer der wichtigsten Handelspartner Islands. Neben dem Fisch exportiert Island zahlreiche Güter nach Deutschland, überwiegend verarbeitete Produkte wie vor allem Metalle und Nahrungsmittel. Frischfisch und andere Fischereiprodukte werden in zunehmendem Maße per Luftfracht nach Deutschland gebracht. Island wiederum importiert wiederum Güter aus Deutschland. Dies sind vor allem Kfz und Maschinen.

© Isländische Botschaft
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Die Fischwirtschaft ist nach wie vor das Rückgrat der isländischen Wirtschaft. Viele Arbeitsplätze haben direkten oder indirekten Bezug zum Fisch. Die Meeresressourcen sind neben den Energieressourcen Islands wichtigste Naturresource. Der Kontinentalsockel um Island, in dem sich der warme Golfstrom und die kalten Ströme der Arktis treffen, bietet vorteilhafte Bedingungen für verschiedene Fischarten und ist damit ein reicher Fangplatz. Fischereiprodukte machen mehr als ein Drittel des Gesamtexports Islands an Gütern aus.  Der Schutz und die Erhaltung der Fischbestände genießt hohe Priorität. Die Fänge werden streng kontrolliert; die Fangquoten auf Grundlage wissenschaftlicher Daten jährlich festgesetzt. Die Hauptfangarten sind Kabeljau, Schellfisch, Seelachs, Rotbarsch, Hering und Lodde.


© Isländische Botschaft
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Politisch arbeitet Island mit Deutschland ebenfalls eng zusammen, vor allem in den Vereinten Nationen (VN) und der NATO. Das Verhältnis ist geprägt durch gemeinsame Werte und Übereinstimmung in vielen aktuellen Fragen der internationalen Politik. Deutschland gehört für Island zu den zentralen Gesprächspartnern in Europa. Der Deutsche Bundestag und die Bundesregierung unterstützen einhellig Islands EU-Beitrittsantrag. Dieser wurde jedoch auf Wunsch der im April 2013 neugewählten isländischen Regierung zunächst ausgesetzt und nun endgültig zurückgezogen.

 

Auch in der bildenden und darstellenden Kunst, der Musik, der Literatur und der Wissenschaft gestaltet sich der kulturelle Austausch sehr rege und vielfältig. So werden etwa seit 2011 jährlich im März deutsche Filmtage in Island veranstaltet. Zudem verfügt Island über eine reiche Literaturszene, unter anderem im Bereich Kriminalliteratur. Die Werke isländischer Autoren stoßen auch beim deutschen Publikum auf große Nachfrage. 2011 trat Island unter dem Motto „Sagenhaftes Island“ erfolgreich als Gastland bei der Frankfurter Buchmesse auf.

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