Zwei Schafe Abstand

In Island steigen erneut die Infektionszahlen. Seit Oktober gelten daher neue Corona-Beschränkungen. Eine Plakatkampagne soll helfen, die Corona-Abstandregeln einzuhalten - und sorgt für ein Schmunzeln in schwierigen Zeiten. 

Abstand wird auf Island in Schafen gemessen. Bild von Pexels auf Pixabay.
Abstand wird auf Island in Schafen gemessen. Bild von Pexels auf Pixabay.

 

18.10.2020

 

Islands Chefepidemiologe Thórólfur Gudnason erhält Hilfe von zwei Schafen. Um den Isländerinnen und Isländern die Corona-Abstandsregeln nahezubringen, hat sich der Verband der Schafzüchter ein besonderes Kampagnenmotiv einfallen lassen: Zwischen Mann und Frau haben sich zwei Schafe gemogelt, die für den nötigen Abstand sorgen. Das Motto: „Denk an die Zwei-Schafe-Regel“. Die witzige Aktion hat einen ernsten Hintergrund: Auch in Island steigt die Zahl der Neuinfektionen rapide.

 

Monatelang hatte der Inselstaat die Corona-Lage gut im Griff. Selbst Kindergärten und Schulen blieben offen. Zeitweise hieß es sogar, das Land sei coronafrei. Die Insellage vermittelte ein Gefühl der Sicherheit. Selbst Touristen konnten wieder in den hohen Norden reisen; am Flughafen mussten sich die Gäste auf eigene Kosten testen lassen. Masken und Abstände waren kein Thema mehr.

 

Sprunghafter Anstieg der Corona-Infektionen

 

Doch Ende Juli nahmen die Infektionszahlen wieder zu. Laut dem Europäischen Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) liegt die Zahl der Infektionen pro 100.000 Einwohner in Island höher als in den anderen nordischen Staaten. Aufgrund der sprunghafen Entwicklung, so Chefepidemiologe Gudnason, sei klar, dass die milden Maßnahmen aus dem Frühjahr nicht mehr funktionierten.

 

Seit Anfang Oktober gelten neue Corona-Beschränkungen: Bars, Nachtclubs und Fitnessstudios haben geschlossen, maximal 20 Menschen dürfen sich im öffentlichen Raum treffen, Supermärkte lassen maximal 100 Personen zur gleichen Zeit hinein. Die Bundesregierung hat Island in die Liste der Corona-Risikogebiete aufgenommen. Vom „Ende einer Corona-Erfolgsgeschichte“ schrieb jüngst sogar die Tageszeitung „Die Welt“.

 

Ein bisschen Aufheiterung kann in diesen Tagen also nicht schaden, dürfte sich da auch der Schafzüchter-Verband gedacht haben - zumal wenn es einem guten Zweck dient. Sage noch einer, Schafe seien dumm.